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Gelatine in Kapseln: Wo tierische Zutaten in Supplements stecken

Bei Nahrungsergänzungsmitteln schauen die meisten zuerst auf den Wirkstoff: Wie viel Magnesium, wie viel Vitamin D? Die Kapsel selbst übersieht man leicht. Dabei ist gerade sie oft der Teil, der ein Produkt für Muslime, Vegetarier oder Veganer ungeeignet macht.

Die Kapselhülle

Klassische Hartkapseln bestehen aus Gelatine. Gelatine wird aus Haut und Knochen von Schwein, Rind oder Fisch gewonnen. Weil Gelatine rechtlich als Lebensmittel gilt und nicht als Zusatzstoff, hat sie keine E-Nummer. Auf dem Etikett steht dann zum Beispiel „Kapselhülle: Gelatine“ oder „Rindergelatine“. Steht nur „Gelatine“ da, weißt du nicht, von welchem Tier sie stammt.

Die gängige Alternative ist Hydroxypropylmethylcellulose, kurz HPMC (E 464). Sie wird aus Zellulose hergestellt, also aus Pflanzenfasern. Seltener ist Pullulan (E 1204), ein Stoff, den bestimmte Hefepilze bilden. Kapseln aus HPMC oder Pullulan sind frei von tierischen Bestandteilen. Auf der Packung erkennst du sie meist am Hinweis „vegane Kapsel“ oder „Kapselhülle: Hydroxypropylmethylcellulose“.

Begriffe, bei denen du genauer hinschauen solltest

Nicht jede tierische Zutat ist so offensichtlich wie Gelatine. Diese Begriffe tauchen in Supplements immer wieder auf:

  • Magnesiumsalze der Speisefettsäuren (E 470b), oft als Magnesiumstearat bezeichnet. Ein Trennmittel, damit das Pulver beim Abfüllen nicht klebt. Die Fettsäuren können aus Pflanzen oder aus tierischem Fett stammen.
  • Glycerin (E 422), zum Beispiel in Weichkapseln. Kann pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sein.
  • Schellack (E 904), ein Überzug für Tabletten. Er wird aus dem Harz von Lackschildläusen gewonnen.
  • Karmin (E 120), ein roter Farbstoff aus Cochenilleschildläusen.
  • L-Cystein (E 920), eine Aminosäure, die früher häufig aus Federn oder Haaren hergestellt wurde. Heute gibt es auch fermentativ hergestellte Varianten.
  • Vitamin D3 wird meist aus Lanolin gewonnen, dem Wollfett von Schafen. Eine vegane Alternative wird aus Flechten hergestellt.

Ob Schellack oder Karmin halal sind, wird nicht einheitlich beurteilt. Wenn dir das wichtig ist, frag beim Hersteller nach oder achte auf eine Zertifizierung.

Was das Etikett nicht verrät

Aromen sind ein Sonderfall. Sie werden oft in Alkohol oder anderen Trägerstoffen gelöst. Solche Trägerstoffe müssen nach EU-Recht nicht im Zutatenverzeichnis stehen, wenn sie im fertigen Produkt keine technologische Funktion mehr haben. Bei Tropfen und Flüssigkeiten lohnt es sich deshalb, gezielt nach Alkohol zu fragen.

Hilfreich ist das Wort „vegan“: Ein veganes Produkt enthält keine Gelatine, kein Karmin, keinen Schellack und kein tierisches Magnesiumstearat. Über Alkohol sagt „vegan“ allerdings nichts. Für Muslime ist ein Halal-Zertifikat deshalb die sicherere Grundlage, für Vegetarier und Veganer der Hinweis „vegan“ oder „vegetarisch“.

Wie wir das bei uns machen

Daily Support, Magnesiumbisglycinat und Vitamin B12 stecken bei uns in veganen Kapseln, also ohne Gelatine. Unsere Vitamin D3 + K2 Tropfen sind in MCT-Öl aus Kokosnuss gelöst und für Vegetarier geeignet. Joint Ease und unser Premium Kollagen sind halal-zertifiziert. Wenn du wissen willst, woraus eine bestimmte Zutat besteht, schreib uns. Wir sehen nach und antworten dir.

Quellen

  1. Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 über Lebensmittelzusatzstoffe, Anhang II (Liste der zugelassenen Zusatzstoffe mit E-Nummern).
  2. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel, Artikel 20.
  3. Verordnung (EG) Nr. 853/2004, Anhang III, Abschnitt XIV (Gelatine).
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